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Als Uznach Stadt wurde

Dem Wetter getrotzt: Bei strömendem Regen bewegt sich der Festzug am 10. Juni 1978 vom Bahnhof her durch das Städtchen Uznach.

von Florian Horschik


Das Museum Uznach erinnert in einer Sonderausstellung an verschiedene Gemeinde- und Stadtjubiläen. So feierte man 1978 in Uznach mit einem ausgiebigen Festanlass das Jubiläum 750 Jahre Stadt Uznach. 

 

Mit hehren Worten beschrieb der damalige St. Galler Regierungsrat und Vorsteher des Departementes des Innern, Edwin Koller (1921–2005), die Stadt Uznach. «Glücklich dieser Ort, der auf so viel Geschichte und Tradition zurückblicken kann!», sagte er. Anlass war der offizielle Festakt wegen der Stadtgründung Uznachs im Jahr 1228. Wie wurde Uznach zur Stadt und welche Folgen ergaben sich daraus?

 

Aufstieg Uznachs zur Stadt

Durch die Heirat von Diethelm VI. mit Guta von Rapperswil ging die Landschaft Uznach kurz vor dem Jahr 1200 von den Herren von Rapperswil in den Besitz der Herren von Toggenburg über. Somit besassen die Toggenburger, die sich ab 1209 Grafen nannten, das Gebiet zwischen Ricken und Zürichsee. Die Toggenburger gründeten östlich der bisherigen Siedlung, die sich bei der damaligen Pfarrkirche und der heutigen Kreuzkirche befand, das Städtchen Uznach auf einem nach Sü- den steil abfallenden Nagelfluhfelsen. Ziel war es, im Linthgebiet und gegen- über den Grafen von Rapperswil eine strategisch günstige Position zu erreichen. Der Ort war gut gewählt, weil hier der Passweg über den Ricken an der Durchgangsstrasse vom Zürichsee zum Walensee abzweigte. Der wahrscheinlich schon vorher bestehende Wehrturm auf dem Felssporn wurde von den Toggenburgern später als Verwaltungs- und Wohnsitz ausgebaut. Es gab im Städtli etwa 50 bis 80 Haushalte. Neben Kleinhandel, Handwerk und Landwirtschaft fanden auch Wochen- und Jahrmärkte statt. Das genaue Datum der Stadtgründung lässt sich nicht sicher sagen, es fehlt eine Gründungsurkunde. Doch muss das Städtchen 1228 schon bestanden haben, da sich bei einem Rechtsakt in Lütisburg im September 1228 «burgenses de Uchena», also Bürger von Uznach, als Zeugen beteiligten. Bereits ein Jahr später, 1229, wurden bei einem in Uznach abgeschlossenen Rechtsgeschäft alle Bürger von Uznach als «omnes cives in Uzenah» bezeichnet. Erst nach dem Tod des letzten Toggenburger Grafen Friedrich VII. im Jahre 1436 bekam Uznach, ein Jahr später, das eigentliche Stadtrecht verliehen. Dieses wurde 1439 durch einen Freiheitsbrief ergänzt.

 

Jubiläumsfeiern 1978

Im Juni 1978 feierte Uznach während drei Tagen mit zahlreichen Besuchern und geladenen Gästen ein imponierendes Jubiläumsfest: So wurden an einem Wochenende insgesamt 1600 Gäste im Festzelt verpflegt. Nach einem Unterhaltungsabend am Freitag kam es am Samstag bei strömendem Regen zum eigentlichen Festakt. Ein Festzug aus einheimischen und auswärtigen Gästen bewegte sich vom Bahnhof her durch das beflaggte Städtchen bis zum Festzelt.Den Reden folgte das durch Schüler aufgeführte Stück «Mittelalterliches Uznach». Am Sonntag feierten dann 680 Burger und Burgerinnen anlässlich des Burgertages «ihre» Stadt Uznach. Der Name Schubiger war dabei mit 84 Familien und 244 Personen am häufigsten vertreten. Schon eine Woche vorher fand ein grosses Kinderfest statt. Den Abschluss des Jubiläumsjahres machte ein grosser historischer Markt am 2. September 1978. Der zu Beginn zitierte Regierungsrat Koller meinte abschliessend in seiner Festrede: «Ein Lob gebührt Uznach vorab dafür, dass es aus seiner Vergangenheit heraus seinen heutigen Rang einzuschätzen weiss und dies einmal mehr in solch sinnvoller Weise zu feiern versteht.» Der Bereich des Stadtjubiläums von 1978 wird in der Sonderausstellung «Uznacher Gemeinde und Stadtjubiläen von 1941 bis 1991» gezeigt. 

xeiro ag