Aktuell

Haus mit über 200-jähriger Geschichte

Im Uzner «Frohsinn» befanden sich einst ein Lehrinstitut sowie die Leih- und Sparkasse – die spätere Bank Linth. In der Sonderausstellung «Uznacher Wirtschaften» im Museum Uznach erfährt man mehr dazu.


von Florian Horschik

 

Um das Jahr 1800 gab es ausserhalb des Städtchens Uznach nur fünf Häuser. Eines davon war das Haus an der Zürcherstrasse 25, der heutige «Frohsinn». Es gehörte einem Gerber Gebert, der gemäss dem Chronisten Pfarrer Rothlin (1770– 1840) «im Winter fast erfroren» sei. Das Haus wurde später von einem Lehrer Fidel Strotz gekauft und für über 1000 Gulden zu einer «Erziehungsanstalt» umgebaut. Es handelte sich dabei um ein Institut, das einer Sekundarschule gleich Schüler aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem nahen Ausland (Mülhausen und Lörrach) unterrichtete. Im ersten Jahr, 1832, zählte das Institut 39 Schüler, von denen 15 bei Fidel Strotz wohnten. In Visitationsberichten wurde anerkennend über «Geist und Lehrerfolg» des Instituts berichtet. Dennoch entwickelten sich die Schülerzahlen ungünstig–Pfarrer Rothlin schrieb, dass «der Nachbar bald mehr Hunde hatte als Strotz Studenten». Da immer weniger Studenten das Institut besuchten, verkaufte Strotz das Haus 1835 seinem Schwager Jakob Anton Morger. Dieser machte daraus die Wirtschaft «Zum Frohsinn». 

 

Der neue Besitzer veranlasste als Kassier der Leih- und Sparkasse vom Seebezirk, dass das Geschäftslokal der Sparkasse vom Haus zur «Sust» im Städtchen Nummer 2 in den «Frohsinn» verlegt wurde. Daneben erbaute Morger das erste Bankgebäude. Der «Frohsinn» war später Treffpunkt der Liberalen und des Fussballclubs Uznach. 1920 ging die Liegenschaft «Frohsinn» an einen Gallus Stössel von Weesen über, ehe sie 1960 von der Firma G. Streuli & Co. AG erworben und im Dezember 1982 abgerissen wurde, um dem neuen Zentrum «Frohsinn» Platz zu machen. Einige Zeit wurde das Restaurant im Zentrum «Frohsinn» noch unter dem Namen «Frohsinn» weitergeführt. Heute nennt es sich Pizzeria «Luna». Die Sonderausstellung zu den Uznacher Wirtschaften kann im Museum Uznach an der Zürcherstrasse 28 betrachtet werden. 

 

 

 

Vergangenheit: So präsentierte sich der Uzner «Frohsinn» in früheren Zeiten – mit einer Gartenwirtschaft unter Bäumen und einer Kegelbahn (Bild rechts).
xeiro ag